Bericht vom Klöppelnachmittag

"Danke" dafür zu sagen, dass die Klöppeltradition in Abenberg erhalten bleibt, das war der Grund, weswegen der Heimatverein Abenberg und das Köppelmuseum auf Burg Abenberg, wie schon Jahre zuvor, alle freiwilligen Helferinnen und Helfer, fast ausschließlich Klöpplerinnen, vor kurzem zu Kaffee und Kuchen in den Stillasaal eingeladen hatten.

Verbunden war die Einladung mit einem Lichtbild-Beamervortrag über die letztjährige mehrtägige Klöppelfahrt in die Normandie, die von Museumsteam-Mitglied Christiane Hörndler wieder vorbildlich organisiert worden war. Sie hatte in den vergangenen Jahren auch schon für die Studienreisen nach Südfrankreich, Tschechien und Mittelitalien verantwortlich gezeichnet. Die zuletzt genannte Fahrt führte in eine ganze Reihe von Regionen mit mittelalterlichen Stätten bis kurz vor Neapel.

Die Bilderschau stellte Heimatvereinsmitglied Josef Einzinger zusammen, kompetent kommentiert wurde sie von zweitem Vorsitzenden Franz Kornbacher. Kornbacher lobte, dass mit den bisherigen Fahrten Klöppeln, Kultur und Zeitgeschichte ideenreich verbunden werden konnten.

Als besonderen Gast begrüßte Museumsleiterin Kerstin Bienert mit Werner Kliesch den einzigen Klöppler in der Runde der 30 Kunsthandwerkerinnen, der an diesem Tag seinen 75. Geburtstag feiern konnte. Bienert zeigte sich sehr erfreut darüber, dass ihr mit dem Heimatverein, auch wenn er Mitveranstalter des Klöppelnachmittags war, und Abenbergs 1. Bürgermeister Werner Bäuerlein zwei gewichtige Partner zur Verfügung stehen.

Bienert wies bei der Gelegenheit auf ein neues Projekt im Museum hin, eine tolle Sammlung, die das Klöppeln wieder verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken solle.

Kulturelle Tradition "Klöppeln" ein Aspekt für deutsche, tschechische und polnische Gymnasialschüler bei Schulaustausch

Obwohl das Klöppelmuseum und das Haus fränkischer Geschichte in den Monaten Januar-Februar geschlossen sind, habe für sie, die Museumsleiterin, die Saison vergangene Woche schon wieder begonnen. Bienert wies auf einen Schulaustausch hin, den das Gymnasium Roth mit einer Stadt in Tschechien und mit Ratibor in Oberschlesien (Polen), der Partnerstadt von Roth, plane. Diese drei, deutsche Schüler, tschechische Schüler und polnische Schüler, hätten sich getroffen unter dem Aspekt, sich gegenseitig kulturelle Traditionen vorzustellen. Der Rother Gymnasiallehrer Gieselmann habe empfohlen, das in Polen und in Tschechien zu präsentieren, was in der Region gemacht werde, nämlich das Klöppeln in Abenberg.

Bienert berichtete von dem vorbereitet gewesenen Programm in Klöppelmuseum und Klöppelschule, das, nach Nationen getrennt, abwechselnd mit den Schülern durchgeführt wurde. Dabei habe sie, Bienert, gemerkt, dass sich junge Leute durchaus faszinieren und begeistern lassen. Damit "ist unser Ziel erreicht", gab sich die Museumsleiterin überzeugt und erfreut. Mehr wollte sie dazu zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht verraten.

"Danke" an alle, die Klöppelbrauchtum aufrecht erhalten

In seinem Grußwort erinnerte sich Heimatvereinsvorsitzender Jürgen Kuhn zurück an die Zeit, als er als kleiner Junge neben seiner Mama saß und erstmals das Klöppeln kennen lernte. Er sprach von der Tradition des Klöppelns und von der Bedeutung, die das Aufrechterhalten dieser Tradition für Abenberg, für die ganze Region habe.

Überrascht war Bürgermeister Werner Bäuerlein über die vielen Teilnehmer/innen, die diesmal der Einladung für den Klöppelnachmittag gefolgt waren. Als stellvertretender Vorsitzender des Zweckverbandes Burg Abenberg dankte er für das Engagement, den Einsatz und für die Pflege des Brauchtums Klöppeln. Er könne sich nichts schöner für Besucher/innen vorstellen, die ins Museum oder an den Landkreisstand bei Messen kommen, wenn Klöpplerinnen mit dabei sind, denen Interessierte über die Schulter schauen können und sehen, was da so alles so passiert, und erschöpfende Antworten auf Fragen erhalten.

Ein Sonderlob zollte Bäuerlein dem anwesenden Geburtstagsjubilar Werner Kliesch, der mit seiner Frau nur des gemeinsamen Hobbys Klöppeln wegen in das Betreute Wohnen nach Abenberg gezogen sei.

Text: Kalrheinz Hiltl

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